Tampere: Sommer, Wasser, Schornsteine

Tampere – das Venedig des Nordens. So einfach ist das leider nicht. Vielleicht kann Tampere aber als ‘das Manchester Finnlands bezeichnet werden. Zumindest fiel dieser Vergleich in der Vergangenheit schon häufiger mal.

Die Stadt liegt zwischen den zwei Seen Näsijärvi und dem Pyhäjärv. Die beiden Seen haben einen Niveauunterschied von 18 Metern und sind  über die Tammerkoski-Stromschnelle miteinander verbunden. Wasser ist in Tampere fast allgegenwärtig.

Tampere Ufer Liegewiese TammerkoskiDie Tammerkoski-Stromschnelle ist zwar kein Fluß, funktioniert aber fast wie ein Fluß. Die Ufer sind während der Sommermonate sehr beliebt. Liegewiesen und Parkbänke laden zum Verweilen ein – hier läßt es sich aushalten.

Man kann mit einiger Sicherheit behauten, daß Tampere schön ist. Es gibt viele Schornsteine, zwei H&M und einen Stockmann in einer sonst auch sehr gut sortierten Einkaufsmeile, viele Studenten, ein paar Bars, ein paar Clubs – und eben sehr viele Schornsteine.

Die Schornsteine sind quasi die Skyline von Tampere. Sie sind so gut wie überall zu sehen. Insbesondere in der Nähe des Wassers waren früher viele industrielle Betriebe angesiedelt – die Nähe zum Wasser bot viele Vorteile.

Ausserdem kann man noch feststellen, daß die Stadt angeblich ganz gut auch als eigenständige Einheit funktioniert. Es ist alles da – man ‘braucht’ Helsinki nicht unbedingt. Es hat den Anschein, als sei dieses Phänomen historisch begründet. Wie bereits erwähnt war Tampere lange Zeit immer auch eine stark industriell geprägte Stadt – wie die große Anzahl großer Schornsteine auch richtig vermuten lässt. Und in Tampere ist man insofern auch immer schon seinen ganz eigenen Geschäften nachgegangen. Dasselbe gilt wohl bedingt auch für das Nachtleben von Tampere. Ich habe mal gehört, dass einige Bands aus Helsinki es in der Vergangenheit nicht immer leicht haben, das Publikum gleich beim ersten Gastspiel zu begeistern.